Factoring

Factoring als Schutz vor Umsatzausfällen

Factoring für Firmen
(Foto: Warakorn - fotolia.de)

Beim Factoring tritt ein Unternehmer seine offenen Forderungen (zu erwartende Kundenzahlungen) an einen Factor ab. Dieser ist ein spezialisiertes Unternehmen, meist ein Finanzdienstleister. Beide Seiten haben durch das Verfahren Vorteile. Der Unternehmer erhält sofortige Liquidität ohne Kredit, der Factor investiert auf diese Weise in ein funktionierendes Unternehmen, ohne die Anlagen, Mitarbeiter und sonstigen Strukturen aufbauen zu müssen.

Der Ablauf beim Factoring

Der Unternehmer leistet für seine Kunden in Form von Waren oder Dienstleistungen und hat daraus an die Kunden (Debitoren) Forderungen, die häufig in Raten beglichen werden. Diese Forderungen erwirbt der Factor, indem er dem Unternehmer den ausstehenden Betrag regressfrei zahlt. Das bedeutet, er wird auch bei Forderungsausfall die Zahlung nicht zurückverlangen, es sei denn, es wäre für besondere Fälle etwas anderes vereinbart, zum Beispiel weil der Unternehmer seinen Verpflichtungen gegenüber dem Kunden nicht nachgekommen ist. Das wäre aber die Ausnahme. Der Factor kümmert sich auch um die Verwaltung der Zahlungen und treibt sie bei Zahlungsverzug notfalls bei.

Ablauf beim Factoring
Ablauf beim Factoring (Foto: mhp - fotolia.de)

Inkassounternehmen betreiben häufig gleichzeitig Factoring, weil sie über Methoden verfügen, mit Zahlungsverzug umzugehen. Da es dennoch zu Zahlungsausfällen kommt, zahlt der Factor in der Regel nicht den vollen Nominalbetrag, sondern nur den gewöhnlich zu erwartenden Betrag abzüglich eines Sicherungseinbehaltes für Totalausfälle. Hier muss der Vertrag zwischen Factor und Unternehmer sehr gut austariert werden.

Es gibt branchenspezifisch bestimmte Ausfallquoten, man rechnet beispielsweise im Handwerker- und Dienstleistungsbereich mit rund 20 Prozent. Dennoch ist der Einzelfall zu betrachten. Wenn es sich bei dem Unternehmer um einen Existenzgründer handelt, ist seine künftige Ausfallquote sehr schwer einzuschätzen, wenn hingegen ein Unternehmen schon länger am Markt tätig ist, verfügt es über belastbare Zahlen, die mögliche Ausfälle relativ genau kalkulieren lassen.

Vor- und Nachteile des Factorings

Forderungen nutzen
Forderungen nutzen (Foto: Franz Metelec - fotolia.de)

Der Vorteil liegt für den Unternehmer in der unmittelbaren Liquidität, die ihm ein rasches Wachstum ermöglicht, für den Factor in der Investition in gewinnbringende Bereiche ohne Anlagen, Material, Personal und Know-how. Der Unternehmer ist vom Beitreiben von Forderungen und der Verwaltung von Zahlungseingängen befreit, er gewinnt große Planungssicherheit. Dafür zahlt er an den Factor eine Gebühr, Factoring verursacht daher Kosten. Auch die Sicherungseinbehalte des Factors können das Unternehmen zeitweise belasten.

Unmittelbare Liquidität
Unmittelbare Liquidität (Foto: Patryk Kosmider - fotolia.de)

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